Über den Sinn und Unsinn von Fonds-Ratings – Der Finanzwesir rockt, Folge 94

Sieger

Man schlägt eine der einschlägigen Publikationen auf und schon springen sie einem entgegen, die Bilder der Sieger. Herausragend, ganz viele Sterne, ausgezeichnete Qualität, Top-Fonds!
Garniert mit der Behauptung:

“Die regelmäßige Bewertung von Fonds durch Rating-Agenturen wie Lipper, Feri oder Morningstar gibt Investoren Anhaltspunkte für mögliche Investments.”

Unfug, ein Blick auf SPIVA (Standard & Poors Indices versus Active) zeigt: Nach 10 Jahren sind 96,57 % aller aktiven Fonds Underperformer, die den S&P 500 nicht schlagen. Wozu dann noch ein Rating? Ist doch egal, ob Ein-Sterne- oder Fünf-Sterne-General die Schlacht verliert.
Aber dann haben wir näher hingeschaut: Lipper wurde 1973 gegründet, 1987 kam Ferri Fondsrating dazu und Morningstar ist seit 1984 am Markt.
Über dreißig Jahre Erfolg am Markt. Das können wir nicht so einfach abtun. Was steckt dahinter?
Deshalb haben wir Ali Marsawah den Chefredakteur der deutschen Morningstar-Web-Site eingeladen.
Ebenfalls zu Gast: [Dr. Michael Ritzau]( https://www.michael-ritzau.de/), Autor des Buchs “Die große Fondslüge”.

Nach der Vorstellungsrunde dann

Unsere Fragen

Grundsätzlich dreht sich alles um die Masterfrage: Wie hilft mir als Privatanleger ein Rating bei der Kaufentscheidung?

  • Morningstar hat eine Menge Ratings im Angebot (die Sterne, Gold/Silber/Bronze…) Was wird da eigentlich bewertet und was kann ich von den einzelnen Ratings erwarten?
  • Wie aussagekräftig ist ein Rating?
  • Wozu überhaupt ein Rating, wenn nach 10 Jahren 96,57 % aller aktiven Fonds den Index S&P 500 nicht schlagen?
  • Was kann ich von einem Rating erwarten und was nicht?
  • Stichwort Performance-Chasing: Kann ich als Kunde eigentlich die prognostizierten Fonds-Renditen realistisch erwarten? Oder werden Fonds mit einem guten Rating so mit Geld geflutet, dass sie es schwer haben, die Performance der vergangenen Jahre zu wiederholen?

Konkrete Rating-Beispiele

Dann lassen wir uns von Herrn Marsawah das Rating an einigen konkreten Beispielen das Rating erläutern. Unter anderem wollten wir wissen, warum der Wertefonds R von Friedrich und Weik (ISIN DE000A2AQ952) ein Vier-Sterne-Fonds ist?

Schwellenländer im DWS

Im Laufe der Diskussion besprechen wir auch den Schwellenlandanteil im DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN 847652). Konkret geht es darum, ob der MSCI ACWI mit 11% die passende Messlatte für einen Fonds ist, der nur knapp 3 % Schwellenländer enthält. Es geht ja nicht darum, irgendeine Messlatte zu überspringen, sondern die passende. An dieser Stelle hat sich eine sehr rege Diskussion entwickelt und wir haben wir Herrn Marsawah das folgende Statement versprochen:

“Wir beziehen uns dabei auf die von Morningstar ausgegebenen Gewichtungen.
Es geht um 0,08% Afrika plus 2,55% Asien Ex-Tigerstaaten. So sind die 2,63% ins Briefing für dieses Podcast-Gespräch gekommen. Von den vier Tigerstaaten Südkorea, Singapur, Taiwan und Hongkong sind zwei Industrieländer und Südkorea ist je nach Index Schwellenland oder Industrieland. Bleibt Taiwan. Wie Morningstar diese vier Länder gewichtet wussten wir nicht. Wir hätten da natürlich genauer nachfragen können.
Was bleibt, ist die übergeordnete Tatsache, dass der DWS damit trotzdem nicht in die Nähe der 11% kommt, die die Schwellenländer im Index ausmachen.

Die Skin-in-the-Game-Frage

  1. Nutzen Sie überhaupt Fonds?
  2. Wenn ja: Was sind ihre persönlichen Kriterien bei der Fonds-Auswahl?

Die Seiten gewechselt

Die letzte Frage vor den Medienempfehlungen ist immer die “Eine Meile in den Mokassins des Anderen gehen”-Frage.

  1. Herr Ritzau: Ihre Aufgabe: Ein Fonds-Rating aufsetzen. Wie würden Sie vorgehen?
  2. Herr Marsawah: Morningstar muss sein Rating-System bis auf eine Komponente zusammenstreichen. Welches Thema ist unverzichtbar?

Das hat leider nicht so gut geklappt 😉

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Medienempfehlungen und Buch von Michael Ritzau

Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen von Hartmut Walz* Die große Fondslüge: Falsch beraten von Finanztest, Sparkassen, Banken und Co von Michael Ritzau*
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Medienempfehlungen Ali Marsawah

Financial Times

Behave von Robert Sapolsky* Die genial einfache Vermögensstrategie: So gelingt die finanzielle Unabhängigkeit von Martin Weber*
Behave Die genial einfache Vermögensstrategie: So gelingt die finanzielle Unabhängigkeit

Mein persönliches Fazit

Bei der Fonds-Forensik sind die Morningstar-Daten sehr nützlich. Wie hat ein Fonds sich geschlagen, was steckt drin, all das und noch viel mehr lässt sich mit Hilfe von Morningstar Instant X-Ray herausfinden. Dieses Tool mag ich sehr. Analysieren Sie einfach mal das hippe Fonds-Depot mit der coolen Story, dass man Ihnen letzthin empfohlen hat. In den meisten Fällen werden Sie sehr schnell Abstand nehmen. X-Ray zeigt alle Ungleichgewichte auf, als da wären:

  • Firmenklumpen: Drei Fonds enthalten Amazon, zwei Microsoft,…
  • geographische Fehlallokation: USA fehlt, viel zu viel China, oder umgekehrt.
  • fehlende Sektoren

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