Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 32 / 2020)

FdFw – Frag den Finanzwesir

Am Mittwochabend haben Henrik und ich zum zweiten Mal zu FdFw eingeladen. Hier das erste Video

Mehr Videos in der FdFw-Playlist auf Youtube.

FinCamp 2020

Für alle, die Ihre Altersvorsorge jenseits von ETF-Sparplänen in den Griff bekommen möchten, gibt es das FinCamp.
Am 24. Oktober haben wir vier Referenten eingeladen, die zusammen mit mir die folgenden Bereiche präsentieren:

  • Indexing mit ETFs
  • Auswahl von Einzelaktien
  • Aufbau eines Immobilienimperiums
  • Stetiger Geldstrom via Hochdividendenwerte
  • Bändigungen der elenden Schwankungen eines Aktiendepots (besserer Schlaf)

Alle Referenten haben “Skin in the game”. Sie sind mit eigenem Geld investiert und erzählen ungeschminkt von ihren Erfolgen und Mißerfolgen.
Unser Motto: Keine Sponsorenvorträge, kein Vertrieb, stattdessen: Wissen und Erfahrungen pur!
Ich würde mich freuen, Sie am 24. Oktober in München begrüßen zu können.

Jetzt aber: Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Beauty Contest: So wird an den Märkten antizipiert.
Ich finde SAP und Siemens eigentlich ganz gut. Aber ich lese überall, Daimler und BMW sind die neuen Stars. Obwohl ich beide Werte nicht doll finde, kaufe ich sie. Denn ich gehe davon aus, das ganz viele andere Leute das auch machen werden und die Kurse deshalb steigen werden.
Dann antizipiere ich, dass die anderen das auch denken und kaufe deshalb Pennystocks. So läuft das mit dem antizipieren der Antizipierung. Die Logik bleibt da ziemlich auf der Strecke.

“Antizipationsschleifen sind ein Grund, warum technische Handelsstrategien, fundamentale Analysen oder Sentiment funktionieren können. Und sie sind ebenfalls der Grund, weshalb sie manchmal genau nicht funktionieren.”

Ist übrigens kalter Kaffee. John Maynard Keynes wusste schon 1936

“Successful investing is anticipating the anticipations of others”

Vorbildliche Familienväter

Per Teilzeit aufs Abstellgleis – der finanzglückliche Nico berichtet.

“Wenn ich am Dienstagmorgen den Arbeitslaptop hochfahre, weiß ich bereits, dass ich übermorgen mit einem Feierabendbier das Wochenende einläuten werde. Denn: Wenn Du Deine Teilzeitabsicht im Unternehmen kommunizierst bist Du kein Bittsteller, fragst nicht, sondern teilst Deine Entscheidung mit. “

Für mich am interessantesten: Nico verfügt – neben seinem Gehalt – über ein ganzes Bündel an Einnahmen: Gehalt der Frau, ETF-Depot, Mieteinnahmen, Blogumsätze. Auch hier: Wer diversifiziert ist, lebt entspannter.

Wird der Frugalist etwa spießig: Sommerbericht 2020 – Rasenmäher und Segelboot.

In den letzten Monaten habe ich mich oft gefühlt wie so ein typischer junger Familienvater. Der Alltag ist stressig. Händeringend bemüht man sich Kinderbetreuung, Haupt- und Nebenjob, Haushalt, Einkaufen, Essen und Schlafen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Nebenbei versucht man noch die Hobbys aus früheren Tagen unterzubringen und Kontakte zu Freunden und Verwandten aufrecht zu erhalten.
Das Leben mit Anfang 30 ist ein bisschen wie Jonglieren mit sechs Bällen.”

Tja, die Rushhour des Lebens. Das wird aber. Ansonsten ist Familie Frugalist ohne weitere Verluste durch die Corona-Krise gesegelt. Keine Kurzarbeit, keine Krankheit, dafür beinahe drei Urlaube.

Faktencheck – Geldanlage für Kinder. Was gibt es alles zu bedenken, bevor das Kinderdepot eröffnet werden kann?

“Eltern sollten jedoch einen nicht unerheblichen Ausgabeposten im Hinterkopf behalten, um den sie im Zweifel allein juristisch nicht umhinkommen, nämlich den Ausbildungsunterhalt. Bereits seit Jahrzehnten gehört es zur ständigen Rechtsprechung der höchsten Zivilgerichtsbarkeit in Deutschland, dass Eltern in der Pflicht stehen, ihren volljährigen Kindern eine sogenannte qualifizierte Erstausbildung, sprich einen Lehrberuf oder ein Studium, zu finanzieren.”

Und war unabhängig davon, ob der werte Sprössling sein Geld an den Vietcong, die FFFs oder eine andere freiheitskämpfende Organisationen verschenkt. Junge Menschen haben manchmal die Tendenz Karmapunkte mit dem Geld anderer Leute zu erwerben.

Werte und Ziele

Werte statt Ziele: Warum deine Ziele ohne Werte wertlos sind. Da hat er recht, der Finanzfisch. Ziele sind wichtig, aber einfach in irgendeine Richtung zu rennen kann sich als fatal erweisen, denn

“Ziele und Fristen können Stress verursachen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie nicht mit deinen Werten übereinstimmen. Du findest dich dann schnell in einer Situation, in der du immer mehr machst, hart arbeitest, ein Ziel nach dem anderen Erreichst und trotzdem innerlich unruhig, gestresst und unzufrieden bist.”

Oft sind Stress-Ziele diese “Das-macht-man-so”-Ziele, die von außen an einen herangetragen werden.

Der Freiheitsmaschinist ist gemein und unfair zu seinen Kindern. Warum? Weil er ihnen Zinsen aufs Taschengeld anbietet. Kind 1 spart und wird wohlhabend, Kind 2 will den Taschengelddeckel. Is’ nicht! Der Maschinist bleibt hart und – oh Wunder – auch Kind 2 lernt das investieren.

“Das System überlistet: Als das jüngere Kind mir dann vorrechnete, wann es 10 Euro Zinsen die Woche von mir bekommen würde, musste ich mir etwas einfallen lassen.”

Keine Werte und Ziele

Cum-Ex-Geschäfte: Das ist doch nur eine Form der Kapitalmarkt-Arbitrage.
Wirklich? Das Entdecken von Arbitragemöglichkeiten ist nicht strafbar. Wer etwas findet, darf den Fund behalten.
Nehmen wir die Geo-Arbitrage der Rothschilds als Beispiel: Die Aktien billig in London kaufen und dann teurer in Paris verkaufen.
Das Entscheidende: Von wem ich kaufe und an wen ich verkaufe ist egal. Es gibt keine festen Handelspartner. Deshalb Arbitrage (ok), sonst wäre es ein Kartell, Komplott oder wie immer die Juristen das bezeichnen. Jedenfalls etwas, das weder rechtens noch legal ist.
Bestätigen die Handelsdaten den Komplottverdacht? Sagen wir mal so:

“Es konnten merklich stärkere Anstiege im außerbörslichen (over-the-counter) Handel festgestellt werden.”

Auf Englisch

Wie soll ich mein Depot rebalancen? Schlampig!

“By being a bit sloppy and lazy and adjusting the weights maybe only every quarter you might do just a little bit better on average.”

Das Übliche: Weniger ist mehr. Punktgenaue Manndeckung (aka Markttiming) kostet Zeit und Nerven. Der einzige Vorteil: Man kann sich vorlügen, dass die operative Hektik den Kontrollverlust bezwingt.