Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 29 / 2020)

In eigener Sache

Der Sparplan wird das neue Normal. Im Juni 2020 wurde rund 1,7 Millionen von den Dingern ausgeführt. Zeit mal genauer hinzuschauen. Deshalb hat
Richie von der Börse Stuttgart hat mich gebeten Sie um eine Minute Ihrer Zeit zu bitten. Wir haben hier eine kleine Sparplan-Umfrage konzipiert. Nur ein paar Fragen, schnell auszufüllen, anonym.
Ziel ist es eine möglichst breite Datenbasis zu erheben (Ritchie nutzt seine Kanäle und viele meiner Blogger-Kollegen machen auch mit), die mir dann als Basis für einen neuen Artikel dient.
Eigentlich ist es mir wurschtegal, wo und wie Sie Ihren Sparplan ausführen lassen. Was mich aber interessiert ist das Thema „Pay to play“. Immer mehr Broker verkaufen den Orderstream an einen Handelsplatz. Sparpläne sind das ideale Vertriebsargument. Ein Broker schreibt den Orderstream aus: Wir haben 50.000 Sparpläne zu je 150 € im Angebot. Wer ist an einem festen monatlichen Handelsvolumen von rund 7,5 Millionen Euro interessiert? Und so landen dann die Sparpläne von Trade Republic bei LS Exchange und die von Scalable auf Gettex.
Was bedeutet das eigentlich für uns Kunden? Und: Interessiert das überhaupt jemanden? Ich erhoffe mir von dieser Umfrage eine Antwort auf die diese Frage. Deshalb meine Bitte: Machen Sie mit.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Value

Value-Investing: die drei Sünden der Value-Prediger.
Mit Dank an Leser Sebastian.

Das Adelsaufhebungsgesetz: Warum der Begriff Dividenden-Aristokrat neu definiert werden muss.
25 Jahre hintereinander die Dividenden erhöhen, wenn die durchschnittliche Verweildauer im S&P 500 nur noch 22 Jahre ist? Das wird schwierig. Seit 2016 lässt die Performance der Dividenden-Aristokraten nach.
Warum?

„Es handelt sich bei den Unternehmen dieser Aktien per definitionem um Geschäftsmodelle aus dem zurückliegenden Jahrhundert, die sich in früheren Jahren und Jahrzehnten durchaus bewährt haben. Einige davon sind auch heute noch nachgefragt, aber viele werden durch mehr digitale Geschäftsmodelle zunehmend obsolet.“

„Viele niedrigbewertete Aktien haben fast den Charakter einer Resterampe“ – Interview mit Christian W. Röhl.

„Ich halte lieber eine Beteiligung an unternehmerischem Vermögen als irgendwelche dubiosen Forderungen ausstehen. Anleihen sind am Ende Forderungen und Aktien sind halt Beteiligungen an unternehmerischen Vermögen. Und da kommt es natürlich in einer Situation, in der Geld immer weiter inflationiert wird, besonders darauf an, an Unternehmen und Sachwerten beteiligt zu sein.“

Boulevard am Freitag

Die 3 Lügen der ETF-Industrie. Denn

„Wer die Arbeit und Motivation reinsteckt, Aktien analysiert und auswählt und diese zum richtigen Zeitpunkt kauft, wird aber auch dafür belohnt werden.“

Anmerkung Finanzwesir: Wird feststellen, dass es nicht unmöglich ist, dafür belohnt zu werden.

Entsparen – 2 Blogger, 2 Meinungen

(1). Die ersten fünf Jahre sind entscheidend.

„Sollte hier nichts Außergewöhnliches passieren und die Kursentwicklung den Erwartungen entsprechen, kann die Entnahmerate an die langfristige durchschnittliche Rendite herangeführt werden. Für die berühmte 4% Regel, die einen Abschlag i.H.v. ca. 3% von der langfristigen Rendite i.H.v. 7% vornimmt, bedeutet dies, dass eine nachträgliche Erhöhung durchaus gerechtfertigt ist. Mindestens jedoch sollte man sich ab diesem Zeitpunkt keine Sorgen mehr über eine drohende Pleite machen.“

(2). When Can We Stop Worrying about Sequence Risk? Niemals. Wer im Alter nichts hat, außer seinem Depot wird bis zum Tod mit der Frage „Wird es reichten?“ leben müssen. Oder das Vermögen ist so groß, dass die Entnahmen nichts weiter als Rundungsfehler sind. Deshalb ist es wichtig auch eine echte – von der Solidargemeinschaft getragene – Rente zu beziehen. Nur so lässt sich das Langlebigkeitsrisiko bändigen.

„So, we can’t really declare victory over Sequence Risk. Ever! And certainly not after only a few years into retirement.
Think of your retirement as in the movie “Groundhog Day”: every day is your first day in retirement again. And since this is your new imaginary first day in retirement again, you face a renewed Sequence of Return Risk again over the next roughly 10 years! Sorry: Sequence. Risk. Will. Not. Go. Away!“

Heuschrecken

Das Märchen vom bösen Short-Seller. Short Seller machen den Job, auf den die Regulatoren keine Lust haben. In Bezug auf Wirecard heißt das:

„Wirecard hat wohl keine Zukunft mehr, wichtige Vertragspartner springen ab und die werthaltigen Teilbereiche werden verkauft. Zurück bleibt ein nicht lebensfähiger Rumpf; für die Aktionäre dürfte da kaum etwas übrig bleiben.“

Noch ein Podcast

Häuptling Schwarzwasser hat jetzt auch einen Podcast: Blackwater on Air. Die Reaktion? Das Übliche. Die einen freuen sich: Endlich muss man nichts mehr lesen, die anderen sind traurig, weil sie gerne lesen. Wie beim Finanzwesir. Beantwortet werden Leserfragen von

„Welche wissenschaftliche und allgemeine Sachliteratur ist derzeit zum Thema Forex-Trading lesenswert?

bis

„Was sagst du zu Hagia Sophia weil es wieder eine Moschee ist? Gut? Schlecht? Beides.“

Corona-Krise: Immer feste druff

Ist die Gießkanne nicht ein wenig zu groß? 330 Milliarden Euro Corona-Hilfen, 218 Milliarden Minus im BIP

„Bei realistischer Betrachtung reicht das Geld also nicht nur, um den prognostizierten BIP-Rückgang auszugleichen, sondern auch, um das ursprünglich prognostizierte BIP-Wachstum um 11 Mrd. Euro zu überkompensieren. Und dabei sind die Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds wohlgemerkt noch gar nicht mitgerechnet, auch wenn von diesen ein noch nicht bekannter Betrag Unternehmen oder ihren (vormaligen) EigentümerInnen zufließen wird.“

Surge in Zombie Company Numbers Risks Blunting the Recovery shows Research. Das Krisengeld rettet alles und jeden auch die 14 % nicht lebensfähiger Firmen (Zahlen für Großbritannien).

„We shouldn’t bail out firms – like old-line retailers – that were already in decline before the crisis; to do so would merely create ‘zombies,’ ultimately limiting dynamism and growth,“ says world-renowned economist Joseph E. Stiglitz in a recent piece for Project Syndicate.“

Dieses „lasst sie sterben“ ist aber politisch nicht durchsetzbar. Arbeitsplätze müssen in jedem Fall erhalten bleiben. Das Problem: Irgendwann ist Schluss mit Lustig. Wenn das Geld ausgeht, setzt das Massensterben ein.

Auf Englisch

How to Become a Millionaire. Lesenswert sind die ersten Absätze mit den Weisheiten Charlie Mungers.

„Invert, always invert: Turn a situation or problem upside down. Look at it backward. What happens if all our plans go wrong? Where don’t we want to go, and how do you get there? Instead of looking for success, make a list of how to fail instead–through sloth, envy, resentment, self-pity, entitlement, all the mental habits of self-defeat. Avoid these qualities and you will succeed. Tell me where I’m going to die so I don’t go there.“

Über Bernd
Der Admin der Seite 123-Daimonds.de