Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 28 / 2020)

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Praktische Anlagetipps

Ein paar Eckpunkte für Dividendensammler: Aktuelle Dividendenrenditen von Indexfonds im 1. Halbjahr 2020. Spoiler: Wer mit 2 % abschätzt ist gut dabei.

Überschätzte ETFs – unterschätzte ETFs. Sekündlich handelbar, totale Transparenz, superbillig – das wollen Privatanleger. Dabei sind diese drei Punkte eher nebensächlich für den Anlageerfolg. Worauf Anleger wirklich achten sollen hat Morningstar zusammengefasst.

Nix neues im Westen: Kurs halten, diversifizieren und ein für alle Mal Abschied nehmen vom Zins. Der ist weg und zwar für eine gaaanz lange Zeit. Sagt Professor Walz. Unsere Geldfrau empfiehlt Gartenarbeit als Alternative zu “Börse vor Acht”. 90 Minuten äußerst sehenswerte Langeweile. So soll Geldanlage sein.

Mit Indexing wäre das nicht passiert

Anlagegrenzen bei Fonds: Ein Gesetz ohne Wert?

“Fonds dürfen nur bis zu zehn Prozent ihres Vermögens in Einzeltitel investieren. Der Fall Wirecard wirft den Verdacht auf, dass gesetzliche Regeln in der Fondsbranche eher als Gummiparagrafen erachtet werden. Gestützt wird dieser Verdacht durch das Verhalten der BaFin. Was passieren kann, wenn Fondsgesetze in die Mühlen der Verwaltungspraktiken einer Aufsichtsbehörde geraten.”

Der Finanzwesir meint: “Et hätt noch immer jootjejange” – bis es dann man nicht mehr jootjeht. Deshalb: Index-Fonds anstatt einen aktiven Cowboy-Fonds für die Altersvorsorge buchen.

Der Reichenreport

LGT Private Banking Report 2020 – was vermögende Anleger wollen und wie sie ticken. Grundsätzlich so, wie Finanzwesir-Leser: Keine Panik, Aktien halten oder umschichten und sich schlau machen. Wer’s genau wissen will, wühlt sich durch die 158 Seiten des gesamten Reports. Meine Rede seit Olims Zeiten: Vermögend ist, wer sich wie ein Vermögender benimmt. Auch wenn noch nicht so viel Geld auf dem Konto ist. Das kommt dann schon noch.

“Es scheint also, dass vermögende Private-Banking-Kunden Anlageentscheidungen heute tendenziell eher rationaler treffen als noch vor zehn Jahren. Auch die Corona-Krise stützt diese These. Die befragten Schweizer Anleger haben die Nerven behalten: Panikkäufe waren selten. Nur die Hälfte hat zwischen Mitte Februar und Ende April 2020 Veränderungen im eigenen Anlageportfolio vorgenommen und dabei mehrheitlich günstige Kurse für Aktienkäufe genutzt.
Im Langzeitvergleich zeigt sich aber auch, dass Krisen durchaus Ängste wecken, der Anlagenmix aber meist nur kurzfristig durch die Erhöhung der Cash- oder Goldquoten beeinflusst wird. So hat der Cash-Anteil in den Portfolios in den vergangenen zehn Jahren zwischen 28% und 34% je nach Börsenlage fluktuiert und eine gegenläufige Entwicklung zum Aktienanteil gezeigt.”

Auf englisch

Auch unsere US-Kollegen sind nur mittelbegeistert von Zinsprodukten:

Noch mal auf englisch: 5 Thoughts on a World with No Yield. Mit den Zinsen wird das erst mal nichts mehr:

“Around 90% of developed countries have government bond yields of 1% or less. Almost 40% of these countries have negative yields. Savers shouldn’t expect much.”

Do Treasuries Have a Place in a Modern Portfolio?

Daten sind teuer

How Much Are Managers Paying for Data?

“Yearly subscriptions for alternative data sets can range from less than $25,000 to $500,000 or more. The most expensive include transactional data like credit card spending, as well as location and web- and app-tracking data.”

Und Google sammelt die ganzen Bewegungsdaten für umme ein. Wir sollten fürs Handyschleppen bezahlt werden.