Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 27 / 2020)

In eigener Sache

FdFw – Frag den Finanzwesir

Das neue Video-Format aus dem Hause Finanzwesir. Die Fortsetzung der legendären Corona-Updates.
Eine Stunde – einmal pro Monat – so viele Fragen, wie wir schaffen. Stellen Sie Ihre Frage entweder live oder vorab (Link zum Fragenformular finden Sie in der Ticket-Mail, die wir Ihnen nach den Anmeldung zusenden)
Premiere Mittwoch, 8. Juli 2020 um 19:30 Uhr.
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Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Warum es so eminent wichtig ist, bis 50 sein Fuck-you-money zusammen zu haben.

„„Ich werde immer abgelehnt“ heißt also richtiger: „Ich kann mich mit meinen Gegebenheiten in den Bewerberfeldern, in denen ich auftrete, am Markt nicht durchsetzen.“ Da geht es Ihnen in der Marktwirtschaft wie den Anbietern von Produkten, die keinen Käufer finden – weil die Kunden unbedingt etwas anderes wollen. Unternehmen sind nicht dazu da, Menschen zu beschäftigen.“

Heavy on the wire

10.500 Zeichen: Wirecard und wir im Spiegel

Fazit:

„Die Kunst ist also nicht die „richtige Meinung“ zu haben, die Kunst ist keine Meinung zu haben, wo man keinerlei Einblick hat! Und die Kunst ist, das zu erkennen!“

52.000 Zeichen: Halbe Rolle rückwärts; Boulevardesk und schlimmer war nur Wirecard

Tenor dieses Artikels: Der X hat aber dann und dann das und das über Wirecard gesagt und dann hat der Y so darauf geantwortet und das war nicht nett und dann hat der sich der Z wie folgt dazu geäußert. Und man hätte das doch wissen müssen oder eher nicht und das ist doch alles so verwirrend und die Ethik kommt auch unter die Räder.
Und die ähm … und die Verwirrung wird all jene verwirren, die nicht wissen; niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung verknüpft ist; und zu der Zeit soll ein Freund seines Freundes Hammer verlieren und die Jungen sollen nicht wissen, wo die Dinge die jene Väter erst um 8 Uhr am vorhergehenden Abend dorthin gelegt hatten, kurz vor Glockenschlag.

Der Finanzwesir meint: Wer seinen Sokrates nicht kennt, muss den Schierlingsbecher des Totalverlustes bis zur Neige leeren.

Tim Schäfer hat gesprochen. Howgh! Wirecard-Pleite: Wirtschaftsprüfer EY, Bafin, Staatsanwalt tragen Verantwortung für das verlorene Geld der Kleinanleger. Überspringen Sie den Artikel, gehen Sie gleich zu den Kommentaren. Da tobt das Leben.

Video-Interview: Der Mann, der Wirecard zu Fall brachte. Keiner glaubt ihm, statt dessen wird er verdächtigt und von einem libyschen Geheimdienstmitarbeiter observiert.
Die Wirtschaftsprüfer nimmt er in Schutz.

„Ich hatte mit einem „Whitewashing“ gerechnet. Oder wieder dem alten Erklärungsmuster, dass das alles kompliziert sei. Und dann kommt ein Bericht, in dem KPMG keine Nachweise für bestimmte Geschäfte findet und obendrein die Existenz von 1 Mrd. Euro letztlich mit einem Blatt Papier eines Treuhänders nachgewiesen werden sollte.“

Der Finanzwesir meint: Freuen wir uns auf eine Netflix-Verfilmung.

Funktioniert nur, wenn die Sonne scheint

Viereinhalb Jahre Recherche, viereinhalb Jahre Transaktionsgebühren zahlen und dann haut Corona alles weg.

Die Levermannstrategie deklassiert die 2-ETF-Strategie in den Jahren 2016 bis Ende 2018 gnadenlos. Dann kommt Corona und Levermann stürzt genauso ab, wie die ETFs. Die ETFs erholen sich V-förmig, Levermann bleibt schmollend am Boden liegen.
Scheint mir eine ziemliche Schönwetterstrategie zu sein. Achterbahn ist ok, aber dann bitte auch wieder mit Boost nach oben.

Münchhauseneffekt – Am Inflationsschopf aus dem Schuldensumpf?
Wie klug ist es in der heutigen Zeit Gläubiger zu sein?

„Ein besonders plakatives Beispiel ist die Entledigung der durch den Ersten Weltkrieg verursachten deutschen Staatsschulden im Rahmen der 1923 ausgelaufenen Hyperinflation angeführt. Seinerzeit betrugen die Staatsschulden am Ende dieses ersten globalen Waffengangs nominell 164 Milliarden Mark, was im November 1923 einem 1918er Gegenwert von 16 Pfennigen entsprach.
Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat pleite, sondern der Bürger.“

LEO oder DIY?

Podcast: Im Finanzdienstleistungsmarkt sucht man Transparenz und Fairness vergebens – Interview mit Prof. Dr. Hartmut Walz.

„Den LeO habe ich in meiner Banklehre kennengelernt. Das heißt „Leicht erreichbares Opfer“. Und wenn die Bankberater unter sich sind, dann nennen sie die Kunden gerne LeOs. Das sind idealerweise Leute, die viel Geld haben, aber keine Ahnung bei diesem Thema. Und das ist der ideale Kunde für einen Finanzberater, der seine eigene Provision maximieren möchte.“

Dreamteam 2020: Inflation & Minuszinsen

Berliner Sparda-Bank: Minus 0,5% Zinsen für fast alle. Wer mehr als 25.000 Euro auf dem Girokonto oder mehr als 50.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto bunkert zahlt die Strafzinsen.

Der Finanzwesir rät: Jammern Sie kräftig, fühlen Sie sich enteignet, erwägen Sie den Wechsel zu einer anderen Bank, aber geben Sie das Geld auf keinen Fall an die Zockerbude, die man Börse nennt. Ich sach’ nur Wirecard! Und Telekom!

Pöses Facepook

Harte Zeiten für die Sozialen Medien – endlich

„Die Kultur der einseitigen Information, die die Algorithmen der Sozialen Netzwerke fördern, die Verrohung der Sprache, die gnadenlose Missachtung von Datenschutzanliegen und nicht zuletzt die Verweigerung von Steuerzahlungen haben unsere Gesellschaft nicht nach vorne gebracht.“

Soweit die Sicht von Finanzjournalisten. Was sagt jemand, der sein Geld in der Branche verdient?

„Es ist bemerkenswert, wie ansonsten hyperkritische und alles hinterfragende Menschen sich derzeit über den Boykott von Werbetreibenden gegenüber Facebook freuen. Das Vorgehen zeigt, dass die alte Schulhofmanier von dem einen, den man ruhig verprügeln darf, weil ihn sowieso keiner mag, selbst bei intelligenten, ja intellektuellen Menschen verankert ist.“

Und der Anleger fragt sich:

  1. Haben die Finanzjournalisten den scharfen Blick von außen oder sind sie politisch motivierte Hysteriker?
  2. Ist Herr Knüwer der Frosch, der seinen Sumpf verteidigt oder hat er wertvolle „Insights“?
  3. Muss ich mir das bei diesem schönen Sommerwetter antun oder greife ich nicht einfach zum ETF? Kann ja auch ein ethischer ETF sein. Delegiert man diese Fragen eben für 0,x% ans Fonds-Management.

Das ist das F&F-Dilemma aktiver Anleger.

  • F wie in Finanzen. Ohne die entsprechenden Kennzahlen & Bilanzen geht nichts. Die kriegt man relativ schnell auf den einschlägigen Seiten.
  • F wie in Fachwissen. Was sagen die Leute, die in der Branche arbeiten? Wussten Sie von der Existenz des Herrn Knüwer und das seine Aussagen relevant sind? Das ist das große Problem: Wem folge ich im Bereich KI, wer ist der Robotik-Papst und wessen Meinung zu ethischen Anlagen ist erst zu nehmen? Oft genug sind das nicht die lautstarken Twitter-Plärrer, sondern Leute, die unter „komische-Sub-Domain.wordpress.com“ bloggen. Ein Layout, dass es der Sau graust und eher für die Peergroup als für den interessierten Investor verfasst. Ich habe hier etliche Blogs in Feedly, die maximal unseriös aussehen, aber inhaltlich über jeden Zweifel erhaben sind.

Auf englisch

In den letzten 20 Jahren: Anleihen plus 428%, Aktien plus 194%. Also auf in die Anleihe.
Nicht so schnell, denn

„Markets tell different stories depending on the time frame selected.“

Das nächste Mal, wenn man Ihnen einen makellosen Chart vorlegt, bitten Sie darum das Startdatum um fünf Jahre zu verschieben. Schieben Sie den Zeitraum erst um fünf Jahre nach hinten und dann um fünf Jahre nach vorne.
Jetzt haben Sie drei Charts:

  1. vertriebsoptimal minus 5 Jahre
  2. vertriebsoptimal
  3. vertriebsoptimal plus 5 Jahre

Und?

Wenn „vertriebsoptimal plus fünf Jahre“ bedeutet: „Kommen Sie 2022 wieder“ nehmen Sie Abstand von diesem Abenteuer. Lassen Sie dieses Investment erst mal ein bisschen lindy werden.
Mehr zum Lindy-Effekt hier. Die Grundaussage:

„Every additional period of survival implies a longer remaining life expectancy.“

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