Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 25 / 2020)

10. und letztes Corona-Update

Vielen Dank an alle, die dabei waren und ihre Fragen gestellt haben. Jetzt ist aber erst einmal Sommer angesagt. Hoffen wir, dass wir uns nicht mit “Corona strikes back” oder “The return of the Corona” im Herbst zurückmelden müssen.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Das Leben, die Finanzen und ich

Häuptling Schwarzwasser zum Thema Risiko: Anzeige ist raus.

“Es gibt viele junge Menschen, die führen ein Leben, als wenn sie bereits 75 Jahre alt wären. Gründe eine Familie, baue ein Haus, habe zwei Autos, setze zwei Kinder in die Welt und kaufe Dir einen Hund.”

Der Finanzwesir würde besser schlafen, wenn sich seine Töchter dem Risiko wie 35jährige stellen würden und nicht jedes Mal Hurra schreien, wenn es was zu riskieren gibt. Erzieh’ Deine Kinder zu selbständigen Menschen haben sie immer gesagt…

Aus der Freiheitskämpfer-Serie: Kleeblatt maximiert sein Lebensglück. Das Interview ist soweit ok. Aber ausgewählt habe ich das Interview wegen des Einstiegs

“Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin 35, meine Frau ist 36, ein Paar sind wir seit bald 13 Jahren, davon 9 verheiratet. Unsere Kinder sind 6 und 4.”

Ich verfolge diese Serie seit Beginn, genauso wie die Serie in der der Maschinist die echten Millionäre interviewt. Dieser Einstig ist ganz typisch. Was man nie findet ist: Ich bin Single, eifriger Social Media Warrior (#IchDemonstriereFürAllesWasNichtBei3AufDemBaumIst) und mache was mit Medien / engagiere mich bei einer NGO für/gegen rechts, links, Klima, was auch immer.
Findet man nicht beim Maschinisten.
Das sind immer sehr bürgerliche Verhältnisse. Nicht im Sinne von traditionell konservativ (Frau an den Herd und so), sondern un-ideologisch pragmatisch getreu dem Motto: Wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehrt, haben wir auch ein lebenswertes Deutschland.

Legal aber nicht rechtens

Was erlaube’ Scholz: Bundesfinanzminister Scholz plant unverändert, Kleinanleger über eine Aktiensteuer zur Kasse zu bitten.

Union Investment lud Sparda-Chefs jahrelang zu Luxusreisen ein. Und wieder mal ein Fall bei dem legal nicht unbedingt rechtens bedeutet, denn

“Business-Ethik ist eben mehr als reine rechtliche Zulässigkeit.
Finanz-Szene.de legte den Fall in anonymisierter Form leitenden Mitarbeitern mehrerer namhafter deutscher Asset Manager vor, um zu erfahren: Waren solche Reisen bis weit in die 2010er-Jahre hinein in der Branche noch üblich – oder ist der Fall außergewöhnlich? Die Befragten zeigten sich erstaunt bis entsetzt. So meinte einer: „Das klingt nach einer Geschichte, wie es sie seit Mitte der Nullerjahre im Bankenumfeld eigentlich nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben sollte.”

Ich hab’s geschafft

Woran merkst Du, dass Du finanziell unabhängig bist? Du verbringst Dein Leben auf der Parkbank. Weise Worte von der Ex-Studentin.

200 Prozent Dividendenrendite. Kein Problem, einfach den DeLorean anwerfen und zurück ins Jahr 1976, dort einen Sack voll 3M-Aktien einsammeln. Nun wieder den Fluxkompensator starten und zurück ins Jahr 2019. Et viola:

“2019er Dividende stellt eine Rendite von 201 Prozent (!) bezogen auf den Einstiegskurs von 1976 dar.”

Ebenso wahr wie ernüchternd. An der Börse wird der Gewinn eben doch ersessen und nicht erzockt. Etwas dynastisches Denken hat noch keinem Anleger geschadet.